Bauphase

Kranichsteiner Str. 22 - 26 (Wohnanlage), Frankfurt am Main

Sanierung und Restaurierung

Erbaut 1926

Epoche Moderne

Gebäudeart Wohngebäude

Die Gebäude Kranichsteiner Str. 22 – 26 im Frankfurter Stadtteil Sachsenhausen sind Teil eines kumulierten Wohngeschossbaus und wurden in den Jahren 1926/27 von Architekt Ernst Balser geplant und realisiert. Er befindet sich in der Flucht der beiden Straßen „Kranichsteiner Straße“ (östlich) und „Grethenweg“ (westlich) auf einem trapezoidem Grundstück, welches sowohl von Ost nach West als auch von Süd nach Nord ein Gefälle aufweist und somit in Hanglage errichtet werden musste. Die beiden Wohngebäude 24 und 26 sind zweigeschossig und parallel zum „Grethenweg“ in das Grundstück eingebettet, der dritte Gebäudeteil (Haus-Nr. 22) ist viergeschossig und schließt sich als Querhausblock leicht konvex an. Eine besondere städtebauliche und räumliche Wirkung wurde durch die „runde Ecke“ erzielt, auf der sich im 2.OG die Terrasse zum dazugehörigen Atelier befindet.

Der expressionistische Bau repräsentiert sich nach außen hin mittels eines Sichtmauerwerks aus dunkelrotem Klinker, welches den größten Teil der Fassadenfläche einnimmt und welche durch hervortretende Fehlbrände in unregelmäßiger Anordnung charakterisiert ist. Horizontale Fensterbänder aus hellem Putz gliedern die Klinkerfassade und verleihen ihr dahingehend eine besondere Akzentuierung. Ein weiteres besonderes architektonisches Detail bilden die farblich unterschiedlich gefassten Stoß- und Lagerfugen. Während die hellgrau-ockerfarbenen Lagerfugen die horizontale Ausrichtung des Backsteinbaus unterstreichen, treten die rötlich eingefärbten Stoßfugen in den Hintergrund.



MASSNAHMEN

Im Zuge der Sanierungsmaßnahmen wurde vor allem versucht, den zu großen Teilen vorhandenen und guten bauzeitlichen Zustand zu erhalten und gegebenenfalls rückwirkend wiederherzustellen. Hierfür wurde neben der Neulasur der Betonwerksteine und des Putzes in den Fensterbändern anhand der restauratorischen Befunduntersuchungen besonders Wert auf die Reinigung des Klinkermauerwerks gelegt. Die Reinigung erfolgte mittels Heißdampfreinigung (Hochdruck-Heißdampfreinigung der Fassadenoberfläche). Zusätzlich wurden lose Stoß- und Lagerfugen im Ziegelmauerwerk substanzschonend ausgeräumt. Die Sanierung der Fugen im Ziegelmauerwerk erforderte die Prüfung auf lose Mörtel- und Hohlstellen, das Entfernen dieser unter größtmöglichem Substanzerhalt der Originalfugen, das Entfernen zementhaltiger Fugenergänzungen bzw. farblich nicht passender Ergänzungsmörtel alter Reparaturen, sowie die Beibehaltung von bereits farblich passenden und stabilen Ergänzungen.

Auch die Einfriedungsmauern wurden aus Klinker gefertigt. Die Sanierung schadhafter Klinkerbestände und Fugenstellen unter größtmöglichem Substanzerhalt wurde durchgeführt. Im Zuge von Mieterwechsel sollen die momentanen Kunststofffenster noch durch Holzfenster getauscht werden, um der vollumfänglichen Sanierung nach historischem Vorbild gerecht zu werden.

Bauzeit

2017 bis 2020

Bauherr

ABG Frankfurt Holding

Projektleitung

Stephan Kummer

Mitarbeiter

Zhiyun Qin


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