Neuzustand

Osteinischer Niederwald, Rüdesheim am Rhein

Sanierung der Staffagen

Erbaut ab 1763

Epochen Barock,Klassizismus

Gebäudearten Anlagen,Parkbauten

Der Osteinsche Niederwald in Rüdesheim am Rhein ist im Grunde kein Wald, sondern viel mehr ein landschaftlich angelegter Park oder auch Garten und bildet den Eingang zum UNESCO-Weltkulturerbe Oberes Mittelrheintal. Der Niederwald ist das Ergebnis des Wirkens einer einzigen Generation an der Schnittstelle zwischen Aufklärung und Romantik, und prägte dadurch die Gattung der Rheinromantik entscheidend mit. Bauherr war Graf Johann Friedrich Karl Maximilian von Ostein (1735-1809), der gemeinsam mit verschiedenen Baumeistern wie Peter Süß, Anton Jäger oder Francois Ignace Mangin den Park prägte. Er hatte das bestehende Hofgut 1763 geerbt und ab 1764 mit der Gestaltung des Parks begonnen: Die ersten Parkbauten wurden ab 1774 errichtet. Von den ursprünglich zahlreichen Holz-Parkbauten sind keine mehr erhalten geblieben. Allerdings sind noch vier der aus Stein errichteten Staffagen im Park zu finden: die Eremitage, die Zauberhöhle, der Rittersaal und die Rossel, eine künstlich angelegte Ruine (Kunstruine). Der Park, der ca. 304 Hektar umfasst, gilt als eines der frühesten Beispiele landschaftlicher Parks. Inspirationen für die Anlage holte sich der Bauherr bei den englischen Landschaftsgärten.

Der Osteinische Niederwald besticht durch die vielfältigen Sichtachsen und Aussichtspunkte, die durch ein vorgegebenes Wegenetz miteinander verbunden sind. Die ersuchte Wechselwirkung von Stimmungen und Überraschungseffekte sind deutlich zu erleben (Zusammenspiel aus Gartenbauten, dunkler Wald und lichtem Rheintal).



MASSNAHMEN

Wegen des unterschiedlichen Erhaltungszustandes war die Zielsetzung der Aufgabe vielfältig: Begonnen wurde nach Besichtigung und Einschätzung der jeweiligen Staffagen mit der bauhistorischen Archivarbeit, sowie der archäologischen Freilegungen. Ihren Schluss fanden die Sanierungsarbeiten in der Detaillierung der Ausstattung des herrschaftlichen Raumes in der Rossel, die anhand der Ergebnisse der bauhistorischen Archivalien rekonstruiert werden konnten.


1. Preis im „Wettbewerb Bau- und Gartenkultur im Wettbewerb Oberes Mittelrheintal“ in der Kategorie 2 „Neu- und Umbauten von Gärten und Freianlagen“ für die Instandsetzung der Parkgebäude.

Bauzeit

2012 bis 2016

Bauherr

Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten Hessen

Preise

„Vorbildliches Bauwerk“ 2019 Sanierung Parkstaffagen

Projektleitung

Daniel Macholz
im Architekturbüro Giel, Dieburg


Impressum | Über uns