Neuzustand

Orangerie (Kamelienhaus), Bethmannpark, Frankfurt am Main

Sanierung und Restaurierung

Erbaut um 1925

Epoche Jugendstil

Gebäudeart Parkbauten

Die Geschichte der Frankfurter Bürgerfamilie Bethmann und die Bebauung des Areals vor den Toren der Stadt reicht bis zum Anfang des 18. Jahrhundert zurück. Das Landhaus wurde 1720 erbaut und der dahinterliegende rund 3,1ha großen Park kontinuierlich durch Grundstücksankäufe erweitert. Ab 1783 erfolgte die Anlegung des Parks im Stil des Rokokos, Umgestaltungen in Anpassung an die folgenden Architekturepochen (Englischer Garten, Historismus) folgten.

Bereits im 19. Jahrhundert wurden Treibhäuser errichtet. Die 1925 errichtete und bis 1926 mit zwei Treibhäusern erweiterte Orangerie ersetzte einen in die Jahre gekommenen Vorgängerbau. Ursprünglich wurde die Orangerie als Kamelienhaus genutzt. Der schlichte Ziegelbau wurde in einfacher Bauweise errichtet und kommt mit wenig Bauzier aus. Nach einem Kriegstreffer erfolgte der Wiederaufbau in verkürzter Form.

1941 ging das Areal in den Besitz der Stadt Frankfurt über, ab 1953 folgte das Anlegen eines Schau- und Lehrgartens. Seit 1978 steht der Bethmannpark unter Denkmalschutz.



MASSNAHMEN

Ziel der Planung war die Wiederherstellung des Bauzustandes um 1925, allerdings ohne die angrenzenden Treibhäuser (Warm- und Kalthaus).

Für die Neuerstellung des Mauerwerkes für den verlängerten Teil wurde auf Vollziegel im Format des hist. Bestandes zurückgegriffen, der eine Verzahnung mit dem Bestandsmauerwerk ermöglichte. Das neue Dach erhielt eine Glaskonstruktion aus Stahl, die auf einem Ringanker im Bereich der Mauerkrone aufgelagert wurde; die Stahlsparren erhielten Zugbänder. Eine 2-fach Isolierverglasung sowie innenliegende Verschattung aus Textil-Rollos wurde berücksichtigt. Zur Belüftung des Innenraums werden Öffnungsflügel im Glasdach eingeplant.

Die Außenwände wurden innen- und außenseitig mit einem Kalkputz in gebrochenem Weiß („Kalkweiß“) versehen und die Lisenen entsprechend abgesetzt. Die Attika der Giebelwände erhielt eine Sandsteinabdeckung gemäß histor. Vorlage (roter Mainsandstein). Das Sockelmauerwerk ist mit einem Dekorputz in Beton-Optik versehen, dessen Oberfläche steinmetzmäßig bearbeitet wurde (Randscharrierungen). In Fehlbereichen wurde dieser ergänzt. Bei der Farbfassung wurde auf eine zuvor durchgeführten restauratorischen Befunduntersuchung zurückgegriffen. Auch die Fenster und Türen erhielten einen hellgrauen Farbton; die Stahlbauteile entsprechend angepasst. Ferner wurden die umliegenden Freiflächen neu begrünt und bespielt.


Die Sanierungs- und Restaurierungsarbeiten konnten im Sommer 2020 abgeschlossen werden. Nach wie vor wird die Orangerie für die Überwinterung von Kübelpflanzen des Bethmannparks sowie für die Pflanzenberatung der Stadt Frankfurt genutzt.

Bauzeit

2016 bis 2020

Bauherr

Stadt Frankfurt/ M.

Projektleitung

Stephan Kummer


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